logo

Die Geschichte des Musikverein Markt Allersberg e. V.

Eigentlich, so meint der Chronist, hat die Musikgeschichte in Allersberg bereits im Jahre 1745 ihren nachweislichen Anfang genommen.

Seit dieser Zeit ist nahezu lückenlos die musikalische Aktivität dokumentiert. Sie beginnt mit der Besetzung der „Türmerstelle“ im Torturm mit dem, wenn man es so bezeichnen will, Urvater des Musikvereins Allersberg e. V., Herrn Max Joseph Lippert, im Jahre 1745.

Max Joseph Lippert hatte auch dafür zu sorgen, daß genügend Musiker ausgebildet wurden und deren Aktivität bei allerlei Auftritten gefördert wurde. An seiner Seite stand der Schulmeister Johann Nicolaus Ästner. Beiden ist zu verdanken, dass bereits in den Folgejahren eine Kapelle in spielfähiger Besetzung tätig war, wenn auch mehr als Streicher, aber mit Pauken und Trompeten.

Im Jahre 1753 übernahm Johann Hinterstättner die Türmerstelle und die damit verbunden Aufgaben. Die Entwicklung ging offenbar gut voran, denn bereits 1757 mussten Instrumente und Notenmaterial gekauft werden

Als weiterer musikalischer Ziehvater ist der Türmer Ferdinand Staudacher zu erwähnen, der ebenfalls viele Jahre sein Können in den Dienst der Musik stellte. Trotz aller Beschwernisse hat sich dadurch das musikalische Leben in Allersberg zunehmend positiv entwickelt. Nicht nur bei kirchlichen und weltlichen Festen in der Gemeinde konnten die Musiker ihr Können unter Beweis stellen.

Der Verein entsteht...

Die Ersten, die wohl eine entscheidende Rolle in der noch losen Kapellenform spielten, musikalisch wie organisatorisch waren Wilhelm Dörner und Joseph Wesserer, der Urahn, der später so traditionsreichen Allersberger Musikfamilie Wesserer. Beide hatten einen entscheidenden Anteil am Zustandekommen der eigentlichen Gründung einer Musikkapelle in Allersberg im Jahre 1868 mit der Übernahme der Dirigentenfunktion durch Max Emanuel Rupp. Dieses Amt bedeutete zugleich die Ausübung der Vorstandsgeschäfte, eine Trennung beider Aufgabenbereiche erfolgte erst viel später.

Der Verein wird amtlich...

Der Wunsch nach einer eigenen Satzung und Namensgebung waren der Anlass zur Neugründung des Conzertvereins Allersberg im Jahre 1875 und dessen Eintragung beim dafür zuständigen königlichen Bezirksamt in Neumarkt. Nun war es also amtlich, Allersberg hatte seinen eigenen Conzertverein und eine Reihe von Bürgern (aus bisher unerklärlichen Gründen blieb das Musizieren eine reine Männersache), die mit Begeisterung diesem schönen Hobby nachgingen. Man traf sich einmal wöchentlich zum Üben und begann, traditionelle Bespielungen wie Zapfenstreich bei Prozessionen oder weltlichen Anlässen einzuführen, Konzerte abzuhalten oder auch Wohltätigkeitsveranstaltungen durchzuführen.

Am 5. September 1915 verstarb der bisherige Vorstand Max Emanuel Rupp. Nach seinem Willen sollte der Musiker Franz Xaver Meixner die Kapelle übernehmen, dessen Frau war aber damit nicht einverstanden. Schließlich war Johann Rupp bereit, die Nachfolge anzutreten. Er führte die Kapelle bis 1924.

Die Ära Paul Klaube beginnt...

1921 siedelte der gebürtige Thüringer Paul Klaube mit seiner Familie in Allersberg an und somit kam ein Vollblutmusiker in den Markt. Ebenso waren seine beiden Söhne begeisterte Musiker. So war es nicht verwunderlich, dass sich bald junge Musiker um den Dirigenten scharrten. Im Jahre 1922 hatte Allersberg 2 Kapellen im Ort zu verzeichnen. Paul Klaube mit seinen Söhnen gründeten eine eigene Kapelle (Streichorchester) und der Konkurenzkampf begann. Dank der Ausstrahlung von Paul Klaube und der modernen Musik, zum Teil von ihm selbst komponiert, wuchs die Zahl seiner Mitglieder ständig bzw. wechselten vom Conzertverein zum Vater Klaube, so daß sich langsam die neue Musikvereinigung formierte. Bereits 1925 trat die neue Kapelle unter dem Namen Kapelle Klaube erstmals auf. In der Folgezeit entwickelte sich die inzwischen umbenannte Kapelle zusehends zum bedeutendsten Kulturträger in der Marktgemeinde Allersberg. Paul Klaube verstand es hervorragend, bis zu seinem Ausscheiden aus Altersgründen 1953 den Musikverein Allersberg kontinuierlich aufzubauen und dessen Bestand mit jungen Nachwuchsmusikern zu garantieren.

Der Musikverein Markt Allersberg formiert sich...

Nach dem Ausscheiden von Paul Klaube übernimmt Josef Igl die Geschicke des Vereins. Nachdem der 2. Weltkrieg einige Lücken hinterlassen hatte, konnten wieder einige neue Kräfte hinzu gewonnen werden. Mit viel Fleiß ging man daran, das Niveau der Kapelle wieder anzuheben. Damit Dirigent Josef Igl ohne Belastung mit sonstiger Vereinsarbeit im musikalischen Bereich arbeiten konnte, wurde Alois Schmid zum 1. Vorsitzenden gewählt, was er bis März 1964 ausübte. In seine Zeit fällt auch die so wichtige und richtige Entscheidung, sich dem Dachverband Nordbayerischer Musikverband e. V. anzuschließen, was 1959 erfolgte. Die Kapelle wurde auch erstmals mit einer einheitlichen Bekleidung ausgestattet. Im Jahre 1960 wagte man beim Landesmusikfest in Erlangen die Teilnahme an einem Konzertwettbewerb, man erreichte dort einen II. Rang in der Mittelstufe. Das gleiche Ergebnis konnte man 1961 in Scheinfeld erzielen.

Im Jahre 1963 übernahm Sepp Fuhrmann die musikalische Leitung der Kapelle. Das er viel von der Musik verstand und dies in die Kapelle übertrug, war sehr bald zu verspüren. Die Musiker steigerten sich zusehends, vor allem im konzertanten Bereich und waren eine sehr viel gefragte und gewünschte Kapelle. Im selben Jahr wurden gleich 3 Konzertwettbewerbe in der Mittelstufe bestritten, diese waren in Zirndorf, Kulmbach und Gesees/Oberfranken. Es wurde jeweils der I. Rang vorzüglich mit Auszeichnung erzielt.

Im März 1964 wurde Wilhelm Eckert zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Regie und in guter Zusammenarbeit mit Sepp Fuhrmann erfuhr die Kapelle einen weiteren Aufschwung. Beim Bundesbezirksmusikfest in Tirschenreuth erlangte man in der Oberstufe die ranghöchste Auszeichnung. Den gleichen Erfolg erlangte man im Jahr 1966 bei der Teilnahme in Sand am Main. Sepp Fuhrmann war es auch, der in dieser Zeit den mittlerweile bekannten Allersberger Marsch komponierte.

Zudem begann man mit Nachdruck, die Ausbildung von Nachwuchsmusikern selbst, d. h. durch aktive Musiker voranzutreiben. Junge Menschen wie z. B. Ottmar Sonntag waren bald bereit, Verantwortung zu übernehmen . Er fungierte lange Zeit als Stellvertreter von verschieden Dirigenten und leitete schließlich selbst über Jahre hinweg als 1. Dirigent die Kapelle. In diese Zeit fällt auch die Vorherrschaft der Männer in der Kapelle. Erstmals können Mädchen für aktive Mitgliedschaft im Verein gewonnen und ausgebildet werden.

Nach dem Ausscheiden von Sepp Fuhrmann als Dirigent im Jahre 1968 wechselte Wilhelm Eckert in die Position des Dirigenten. Hans Brandl wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. In den Folgejahren wurde insbesondere ein großes Augenmerk auf die Ausbildung von Nachwuchsmusikern gelegt und somit der Grundstein gelegt für ein noch heute bestehendes Ausbildungssystem. In diesem Jahr konnte in Abenberg bei einem Wertungsspiel ein I. Rang in der Oberstufe erspielt werden. 1974 in Abenberg und 1976 in Heilsbronn trat die Kapelle in der Mittelstufe an und erreichte den I. Rang. Erstmals wagte man in Heilsbronn die Teilnahme am Marschwettbewerb und erreichte den II. Rang. 1979 war man beim Wertungsspiel in Großohrenbronn, dort erreichte man den I. Rang in der Oberstufe.

1981 erzielte man das gleiche Ergebnis, allerdings unter der Leitung von Ottmar Sonntag.

Im Jahre 1981 übernahm Heinz Rebel die Kapelle, der diese auch bis zum Jahr 1990 leitete. Im Jahre 1985, nach 4 Jahren Abstinenz stellte man sich in Zirndorf wieder einer Jury und erreichte in der Oberstufe einen I. Rang. 1987 erlangte man beim Bundesbezirksmusikfest in Buckenhofen in der Oberstufe einen I. Rang mit Belobigung. Einen I. Rang mit Auszeichnung in der Mittelstufe wurde in Herzogenaurach erreicht.

Im Jahre 1986 erfolgte ein Wechsel an der Spitze des Vereins. Hans Brandl stand nach 18 Jahren als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Josef Heß, der den Verein bis zum Jahr 2000 führte.

Im Jahr 1990 übernahm nach dem Ausscheiden von Heinz Rebel der bis dato stellvertretende Dirigent Josef Rupp die Kapelle bis zum Jahr 1992. Josef Rupp war auch in den Folgejahren bis 2005 weiterhin als Musiker und stellvertretender Dirigent im Musikverein Markt Allersberg tätig.

Im Jahre 1992 übernahm Winfried Saam das Amt des 1. Dirigenten, bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1995. Unter Dirigent Winfried Saam erreichte man beim Wertungsspiel 1992 in Bubenreuth einen I. Rang mit Belobigung in der Oberstufe. Im Jahr 1995 erreichte man beim Bundesbezirksmusikfest in Burgfarrnbach in der Oberstufe einen I. Rang mit Auszeichnung. Beim 125-jährigen Vereinsjubiläum des Musikverein Markt Allersberg auch im Jahr 1995 konnte ein I. Rang mit Belobigung erzielt werden.

Ab dem Jahr 1995

1995 übernahm Nikolai Götzfried das Amt des 1. Dirigenten. Auch unter seiner Leitung nahm man erfolgreich an Wertungsspielen in der Oberstufe teil. Das war 1998 in Wildenholz, wo mein einen I. Rang mit Belobigung erreichen konnte. Auch beim Wertungsspiel 1999 in Allersberg konnte das gleiche Ergebnis wiederholt werden. 2001 wurde man in Freudenberg mit „sehr gutem Erfolg bewertet“. In Hilpoltstein 2002 erspielte man das selbe Ergebnis. Nikolai Götzfried leitete das Orchester bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2002.

Im Jahr 2000 übernahm abermals Hans Brandl als 1. Vorsitzender, bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2008. In dieser Zeit wurde auch das heutige Vereinsheim, das Kreismusikzentrum fertig gestellt und bezogen.

Im Jahr 2002 wurde ein Nachwuchsorchester ins Leben gerufen, dass unter der Leitung von Josef Rupp stand. Mittlerweile wurde aus diesem Orchester das Jugendorchester des Musikverein Markt Allersberg, dass seit dem Jahre 2005 unter der Leitung von Diana Köstler steht und große Erfolge verbuchen kann. Als stellvertretender Dirigent steht Helmut Seitz zur Verfügung.

Karl Nagy übernahm im Anschluß an Nikolai Götzfried den Dirigentenstab bis 2005. Danach übernahm Jens Lohmüller den Posten des 1. Dirigent bis 2007 beim Musikverein. 2008 war Heinz Gawrikow 1. Dirigent beim Musikverein Markt Allersberg. Unter Ihrer Leitung wurde an keinem Wertungsspiel teilgenommen.

Außerdem gab es im Jahr 2008 auch einen Wechsel in der Führungsspitze. Nach dem Ausscheiden von Hans Brandl übernahm Roland Thoma mit Unterstützung von Stefanie Wagner und Michael Heim für eine Wahlperiode.

2009 übernahm Diana Köstler, als 1. Dirigentin, die musikalische Leitung.

MVA spielt 2012 in der Mittelstufe

Die Neuwahl 2010 setzte Helmut Seitz an die Spitze des Vereins.

Zu Beginn des Jahres 2011 wurde die Stelle des Dirigenten von Winfried Saam übernommen. Nach zehn Jahren nahm der MVA im Jahr 2012 wieder an einem Wertungsspiel teil. Mit einem sehr jungen Orchester tritt der Verein in Unterpleichfeld in der Mittelstufe mit den Liedern Chantueri und Adventure an, und schnitt mit sehr gutem Erfolg ab. Zwei Jahre später nahm man beim Wertungsspiel in Roth teil. Hierbei erlangte man ebenfalls in der Mittelstufe einen sehr guten Erfolg.

Winfried Saam gab 2015, aus gesundheitlichen Gründen, das Dirigenten Amt ab und als Nachfolger wurde Steffen Schubert engagiert.